Eurozonen-Systemkrise Kurz-Chronologie

Hinweis zum Dezimalsystem USA und z.B. BRD:

05.09.2016 de.wikipedia.org/wiki/Billion

"Billion
Der Zahlenname Billion steht im deutschen Sprachgebrauch für die Zahl 1000 Milliarden oder 1.000.000.000.000 =
10 hoch 12, im Dezimalsystem also für eine Eins mit 12 Nullen. 1000 Billionen ergeben eine Billiarde. Der Vorsatz
für Maßeinheiten für den Faktor eine Billion ist Tera mit dem Zeichen T. Abgekürzt wird sie mit Bio. oder Bill.,
wobei Letzteres mit Billiarde verwechselt werden kann.

Das US-amerikanische billion hingegen entspricht der deutschen Milliarde."


Diese Webseite beschäftigt sich mit den 2 Finanzkrisen, die parallel
auftreten und sich gegenseitig bedingen.

1. Die Mischung von US-Immobilien-Krediten mit divergenten Deckungssicherheiten zu
Wertpapierpaketen und deren weltweiter Verkauf. Das Platzen der US-Immobilien-Wertpapierblase
im Zuge des wirtschaftlichen Niederganges von Teilen der US-Bevölkerung.

2. Die Eurosystemkrise, die z.B. durch die Verwertung von geplatzten
US-Immobilien-Wertpapierpaketen und u.a. durch die leichte Beschaffung von
Eurokrediten unabhängig von der nachhaltigen Wirtschaftskraft der sich
verschuldenden Euroteilzone (z.B. Griechenland) entstand.

Prolog und Epilog - IFO-Chef Prof. Sinn zur Systematik der Griechenlandkrise

Im Staatsradio hat sich IFO-Chef Sinn zur Systematik der Griechenlandkrise geäußert.

Dieses Statement ist von hoher Brisanz, da es bereits am 09.07.2015 im EU-Parlament Tumulte um Griechenland gegeben hat.
U.A. trug der EVP-Fraktionschef, Herr Weber, ein Deutscher, der der christjüdischen Politkaste der BRD - konkret der der
bayerischen Christjuden - angehört, zum Tumult bei, als Weber behauptete, dass auch die Menschen der armen EU-Staaten
die Politik der aktuellen griechischen Regierung bezahlen werden, wenn Griechenland den Euro verlässt.
Dass Weber gelogen hat, liegt auf der Hand: Die Hilfsgelder an Griechenland wurden unter massiver Mitwirkung der
deutschen Politkaste der Christjuden auf den Weg gebracht, die genau weiss und will, wer die Zeche in der EU bezahlen soll.
Näheres kann man dem Statement von Prof. Sinn entnehmen.

Wie es mit Griechenland weitergehen muss, erklärt Prof. Sinn.

Hinweise zum deutschen Staatsradio:

Die Interessen der Moderation waren allerdings divergent zur Möglichkeit, dass Sinn
eine für Zuhörer leicht verständliche Kurzanalyse der Systematik entwickeln konnte.

Die Eigenbefriedigung des ältlichen und nuschelnden Moderators, der von Sinn die
Bouleward-Tendenzen der Finanzkrise herausgearbeitet haben wollte, wurde aus
dem Audio entfernt, auch weil das Schnorcheln des Moderators und dessen z.T.
dümmlich-populistische Argumentation unerträglich sind. Die Systematik, die
Prof. Sinn entwickelt hat, wird dadurch erheblich leichter erschließbar.

Im nachfolgenden Text werden die Ergebnisse des Statements von Prof. Sinn thematisch strukturiert.

Schulden Griechenlands

Ende Mai 2015 ca. 332 Milliarden Euro Schulden, davon

201 Milliarden Euro Rettungskredite (Aufkauf von Staatsanleihen der Griechen durch Euroländer).

132 Milliarden Euro EZB-Kredite, davon

18 Milliarden Euro in Geldform.

100 Milliarden Euro als virtuelles Buchgeld.

280 Milliarden Euro in den letzten 5 Jahren, um z.B. Gläubiger zu bezahlen.

Banken Frankreichs (größter Gläubiger und Teilnehmer am ESFS bzw. ESM).

Banken Deutschlands (zweitgrößter Gläubiger und Teilnehmer am ESFS bzw. ESM).

Banken Großbritanniens (drittgrößter Gläubiger und Nichtteilnehmer am ESFS bzw. ESM).

ca. 33% als Schulden zur Finanzierung der Umschuldung.

ca. 33% als Schulden für importierte Waren.

ca. 33% als Schulden für Kapitalabfluss von Griechenland ins Ausland (siehe ELA-Kredite).

0 Euro von privaten Kreditgebern (seit 2008).

Schulden (inklusive EZB-Kredite) liegen ausschließlich bei öffentlichen Gläubigern.

EZB-Kredite als ELA-Kredite an Griechenland in Höhe von 100 Milliarden sind aus dem Binnenmarkt
Griechenlands abgeflossen, da Warenimporte bezahlt und auch dortige Schulden getilgt wurden.
Das Geld wurde also verwertet.

Griechenland hat

88,7 Milliarden Euro Schulden bei der BRD, wobei die BRD das Geld an Griechenland
per Rettungsschirme (den bereits geschlossenen EFSF und dessen Nachfolger ESM) fließen lassen hat.

20 Milliarden Euro Schulden an Unternehmen in BRD, davon 15,2 Milliarden Euro der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

EZB-Kredite (ELA-Kredite)

werden

dinglich per Erlaubnis an Griechenland, Euro selbst zu drucken,
virtuell als elektronisches Buchgeld

vergeben.

Diese Kredite vergibt die EZB an die Nationalbank des Landes, das Teilhaber der EZB ist.

Die Nationalbank verteilt das Geld der Kredite z.B. an die Banken des Landes.
Kunden der Bank verwenden das Geld z.B. für Invest oder als Bezahlung von
Wertschöpfung. ELA-Gelder können also aus dem nationalen Geldmarkt (Binnenmarkt) ins
Ausland abfließen und sei es, dass ein Bankkunde sein Vermögen in die
Schweiz transferiert. Die Nachfrage nach Geld am Binnenmarkt muss die Nationalbank
befriedigen, wenn Bankkunden zahlungsfähig bleiben sollen. ELA-Kredite finanzieren
das Funktionieren des Geldsystems des Landes und damit dessen Zahlungsfähigkeit.

Prinzip:

Die ELA-Summe ist durch die EZB limitiert, weil die Geldmenge in der Eurozone durch die EZB limitiert wird.

Die ELA-Summe ist eine Verbindlichkeit der Nationalbank (Schulden an die EZB).

Ist eine ELA-Summe als Schuld gebucht, muss die EZB diese Kredit-Geldmenge bei Krediten
an andere Eurostaaten beachten (Verknappung des Geldes in der Eurozone).

Bsp.: Der virtuelle Geldfluss zwischen Eurostaaten muss im Fall z.B. einer Geldabhebung in Euro dinglich gemacht werden.

Die Quelle des Geldflusses liegt in Griechenland. Dort wird Geld z.B. aus Verschuldung einer Immobilie
dinglich eingezahlt und soll in das Zielland im Ausland fließen und dort ausgezahlt werden.
Das Geld resultiert aus einem Bankkredit, für den die Immobilie herhält (Verwertung bei Ausfall
der Schuldentilgung). Wenn der Kredit als Barauszahlung erfolgt, muss die Bank das Geld beschaffen
(aus der Geldreserve oder als ELA-Kredit; siehe unten). Das Geld wird dann auf ein ausländisches
Konto bar eingezahlt und anschließend von der Bank, die das Geld auf das ausländische Konto
anweist, eingezogen (Rückfluss in die Geldreserve).

Das Zielland bekommt jedoch nicht das eingezahlte dingliche Geld, sondern die Schuldanerkennung von der Bank
aus Griechenland. Soll die Bank im Zielland das Geld bar auszahlen, muss die Bank ihre
Geldreserve nutzen oder einen ELA-Kredit beanspruchen: Es wird Geld hergestellt
und der ELA-Kredit ist eine Schuld bei der EZB bei Schuldanerkennung aus Griechenland, wo
ebenfalls die Kreditkosten per ELA-Kredit anfallen (Kosten der Geldbeschaffung). Also
2 Schuldverhältnisse parallel und 2 Zinseinnahmen der EZB im Fall der 2 ELA-Kredite.
Praktisch werden per 2 ELA-Krediten die Kosten so erzeugt, dass doppelte Zinsen erzielbar sind.

Je höher die aus dem Quellland abfließende Gelder im Zielland sind, um so höher können ELA-Schulden werden,
z.B. weil aus Griechenland massiv Geld abfließt - und sei es in Steuerparadiese oder als Invest in
ausländische Immobilien, um so die Währung Euro vor deren Verfall zu verdinglichen bzw. einer
Pleite des Eurozonenteils, aus dem das Geld abfließt, vorzubeugen.

Fließt zu viel Geld aus Griechenland ab und fließt das abfließende Geld nicht nach Griechenland zurück,
z.B. weil keine Hilfsgelder den Abfluss UND die ELA-Kosten des Landes, in das das Griechengeld
fließt, ersetzen, macht das Zielland doppelt Verluste, wenn das Qellland Griechenland neben der
Schuld auch die ELA-Kosten den Ziellandes, also die Kosten der Geldbeschaffung des Ziellandes,
nicht bezahlt.

Griechenland verwendet das o.g. ELA-Prinzip als Argumentation für die Beschaffung neuer Hilfskredite:

Die ELA-Systematik der EZB hat die Eurostaaten schuldnerisch vernetzt, so dass der Herausfall
Griechenlands aus dem Netz ein Nachteil für alle Eurostaaten sein kann.

Griechenland hat seit 2008 den Wegfall der privaten Kredite am Markt durch an die EZB verkaufte Staatsanleihen ersetzt
und so z.B.

die Steigerung von Löhnen finanziert, ohne eine Steigerung der nachhaltigen Wertschöpfung zu erzielen.

die Importe von Waren finanziert, ohne die Kaufkraft durch steigende Löhne aus nachhaltiger Wertschöpfung zu erhöhen.

Die Kreditaufnahme aus Löhnen, die nicht nachhaltig erzielbar sind, schmälert die Kredittilgung (Finanzblase am Binnenmarkt).
Mit dieser Finanzblase wurden u.a. importiere Waren bezahlt, also der Export aus Euroländern nach Griechenland ermöglicht,
obwohl Griechenland nicht genügend Produktivität hatte (Export der griechischen Finanzblase in das Eurosystem).

Z.B. hat die BRD an den Rüstungsverkäufen nach Griechenland mit dessen überproportionalen Armee sehr gut verdient:

Die BRD hat von der Finanzblase und deren Euro-Abflüsse in Richtung BRD-Rüstungsfirmen profitiert.

Der Aufkauf griechischer Staatsanleihen durch die EZB wurde durch EFSF und ESM ersetzt bzw. abgelöst.

Systemisches Problem:

Die gegenseitige Haftung im Rahmen des Finanztransfers widerspricht dem Vertrag in der EU bezüglich Euro.

Die ELA-Systematik hat die inflationäre Kreditblase der Eurozone entstehen lassen. Im Fall Griechenland müssen die
inflationären Kosten der Gesellschaft, die nicht an Produktivität und damit konkurrenzfähige Wertschöpfung gebunden sind,
sinken: Z.B. Kosten der Rentensysteme und Löhne so senken, dass sie zur Produktivität passen. Oder Produktivität
erhöhen (z.B. Investitionen in den konkurrenzfähigen Export oder Tourismus etc.). Wichtig: Bestehende Schulden sind
nicht anpassbar. Importkosten von Waren sind eventuell nicht anpassbar, wenn Griechenland nicht Selbstversorger wird.
Wenn Unternehmensschulden mangels Einnahmen nicht deckbar sind, kann es Konkurse geben. Die Absenkung kann also
die Schuldentilgung nicht vollständig ermöglichen. Warenimporte müssten billiger werden, also Exporteure müssen
inflationieren (Preisverfall): Bei konkurrierenden Waren am Markt, also Griechenland und ein anderes Euroland
exportieren gleiche Waren in den gemeinsamen Markt, müsste der Hersteller mit den höheren Kosten diese über denen
Griechenlands, das damit Griechenland konkurrenzfähig bleibt, lassen und trotzdem Gewinne machen oder auf diese verzichten.
Die EZB muss also für Inflation UND Preisstabilität gleichzeitig sorgen, was nicht geht.

EFSF und ESM

Der Fonds EFSF bzw. ESF ist die Finanzquelle für den europäischen Stabilisierungsmechanismus.
Der Fonds EFSF wurde durch den ESF abgelöst.

Der Fonds nimmt Schulden auf, für die die Fonds-Einleger, also die Eurostaaten, anteilig haften,
wenn die Schuldentilgung nicht erfolgt.

Die Kreditierung kann zeitlich gesplittet sein:

Zinszahlungen erfolgen zeitnah (taktische Zeiträume).

Schuldentilgung erfolgt in strategischen Zeiträumen.

Das Geld der Kredite

basiert auf Schulden des Fonds am Kapitalmarkt bzw. auf Einlagen der Fonds-Teilhaber, die ihrerseits
Schulden am Kapitalmarkt gemacht haben könnten.

wird eventuell mehrfach verwertet und damit mehrfach mit Zinslast belegt, die allesamt der Fondsgelder-Kreditnehmer
begleichen muss.

kann Gewinne der Fonds-Teilhaber erwirtschaften, die der der Fondsgelder-Kreditnehmer bezahlt.

IWF-Kredit

wird nur als Hilfen zur Zahlungsfähigkeit gewährt und verlangen eine abgesicherte Rückzahlung eben aus der
mit der Hilfe erzeugten Zahlungsfähigkeit. Die Rückzahlung an den IWF hat gegenüber anderen Schuldtilgungen
Vorrang.

wurde an Griechenland unabhängig von dem tatsächlich eingetreten Wachstum und der tatsächlichen Produktivität gewährt.




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